Hausgemachte Maultaschen – und Füllung mit Gesicht!

Zugegeben, die Rubrik „Kochrezepte“ gibt es hier noch nicht. Wird es vermutlich auch nie geben. Aber wenn mein jahrelang geplanter Versuch, als gebürtiger Baden-Württemberger endlich einmal das Nationalgericht Maultaschen selbst gemacht zu realisieren, durch eine zufällige Grillsession mit MeineKleineFarm.org ins Rollen gebracht wird – dann sehe ich mich beinahe genötigt, das Rezept für hausgemachte Maultaschen zu veröffentlichen. Und ganz nebenbei eine dicke, dicke Empfehlung für MeineKleineFarm.org auszusprechen.

Zur Vorgeschichte

Schwein 129

Schwein 129 – Foto: MeineKleineFarm.org

Das, was bundesweit in den Kühlregalen der Supermärkte als Maultaschen verkauft wird, mag zwar in Sachen Inhalt der EU-Maultaschenverordnung von 2009 (die gibt es tatsächlich!) entsprechen, hat aber mit dem, worauf Baden-Württemberg kulinarisch so stolz ist, herzlich wenig zu tun. Nun kam es so, dass ich gestern während eines Hoffestes am Grill von MeineKleineFarm.org stand – ein Unternehmen, das Fleischprodukten ein Gesicht gibt: Schweine aus Freilandhaltung werden fotografiert, können über Webcams beobachtet werden, und das Gesicht gibt es dann auch gnadenlos auf die Wurst – oder das Fleisch. Klingt zuerst bizarr, hat aber einen plausiblen Hintergedanken: es soll ein neues Bewusstsein – pardon, Bewurstsein – dafür schaffen, dass für dieses Fleisch ein Tier gestorben ist. Ganz ohne Anklage, sondern als Denkanstoß. Kurze Transportwege und humane Schlachtung sorgen für den Rest. Geschmacklich macht das Ganze einen Riesenunterschied: wir hatten schon einiges an Produkten von MKF. Und mit Discounter-Produkten ist das geschmacklich absolut nicht vergleichbar. Kurzum: lecker.

Nun aber zurück zum Thema: eher durch Zufall stand ich mit am Grill. Es blieb leckere grobe Bratwurst übrig, und ich habe ein Paket mitgenommen. Mein lange gehegter Plan, endlich einmal Maultaschen selbst zu produzieren, flammte angesichts des edlen Bräts im Naturdarm erneut auf. Und nun wurde er endlich umgesetzt. Übrigens: Unsere Bratwurst stammte von Schwein 129 – dem Vierbeiner mit dem neugierigen Blick oben.

Rezept für hausgemachte Maultaschen

Zutaten für 10 große Maultaschen (gerollt, je ca. 150-200g):

Für den Nudelteig

  • 500g Mehl (Typ 00 vom Italo-Großhandel, notfalls eben Typ 405)
  • 3 Eier
  • 125ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Salz

Für die Füllung

  • 5 Bratwürste von MeineKleineFarm.org
  • 200g Spinat, fein gehackt (TK oder frisch, je nach Verfügbarkeit)
  • 2 Eier
  • 1 Zwiebel
  • 2 Brötchen vom Vortag
  • 1 Bund Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Nudelteig zubereiten

Der eher mühsame Teil: mit einem Knethaken die Zutaten vermischen, das Wasser erst nach und nach zugeben. Später vom Hand weiterkneten, bis ein glatter Teig entsteht. In ein feuchtes Geschirrtuch einwickeln und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank parken.

Füllung zubereiten

Die Brötchen in Fleischbrühe einweichen. Petersilie hacken. Die Zwiebeln fein hacken und zusammen mit dem Spinat blanchieren bzw. andünsten. Währenddessen die Bratwürste längs einschlitzen, dem Brät die Pelle über die Ohren ziehen und es in einer großen Schüssel Petersilie, den ausgedrückten Brötchen und zwei Eiern gut vermengen. Spinat und Zwiebeln kurz abkühlen lassen, dann zur Füllung hinzugeben und sie kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Endmontage der Maultaschen

Nudelteig in 20cm breite und etwa 40cm lange Streifen ausrollen – nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick. Die Füllung nicht zu dick darauf verteilen, die Ränder freilassen. Anschließend die Maultaschen rollen und die Ränder mit einer Gabel gut zudrücken. Die fertigen Maultaschen anschließend in heißer, aber nicht kochender Fleischbrühe (Rinderfonds oder ähnliches, keine Pulversuppe!) garziehen. Je nach Größe kann dies 15-20 Minuten dauern.

Maultaschen servieren

Es gibt kaum Grenzen, Maultaschen zu servieren: in Brühe mit geschmälzten und gerösteten Zwiebel-Halbringen, mit geschmälzten Semmelbröseln, in Streifen geschnitten und mit Ei und Zwiebeln angebraten, …

Und warum jetzt Bratwurst von MeineKleineFarm.org…?

Das hat mehrere Gründe. Natürlich funktioniert das Rezept mit jedem Brät – das von MeineKleineFarm.org ist aber perfekt gewürzt, hat die ideale grobe Textur und ist nebenbei auch noch ethisch durchaus vertretbar, wenn man es mit seinem Gewissen ausmachen kann, Fleisch zu essen. Und abgesehen davon sollte das Modell Schule machen und der widerwärtigen Massentierhaltung den Garaus machen – deshalb haben die Jungs und Mädels durchaus ein wenig Promo verdient. Und wer sich für die Ethik nicht interessiert, sollte dennoch seine Bratwurst dort kaufen – denn sie schmeckt einfach geil. Punkt.

Achja: Guten Appetit!

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