Zahlen aus dem Leben eines Content-Bloggers

Foto: flickr.com / toastytreat87

So ein wenig Statistik-geil sind wir ja alle. Kein Wunder, die meisten Webworker aus meinem Metier sind nicht nur Blogger, sondern auch meist als SEO tätig. Entsprechend geifern wir oft Zahlen nach, die eigentlich – aber nur eigentlich – teilweise irrelevant sind. Was bringen mir Ausnahmeartikel mit 20.000 Hits, wenn die restlichen Artikel nur von fünf Leuten gelesen werden? Richtig: nada. Trotzdem oder gerade deshalb sind Zahlen stets in unseren Hinterköpfen. Ich habe eine Statistik der ganz anderen Art gezogen.

Schon seit langem bewegen mich Gedanken, woran ich meine Leistung messe. Honorarbemessung ist freilich für Blogger meist die Wortzahl – die im Vergleich zu anderen schriftstellerischen Leistungen miserabel vergütet wird. Ich bin als Texter vorwiegend für Webcontent, aber auch SEO-Texte, sowie als Redakteur und Blog-Manager tätig – als Pauschalist für eine renommierte Content-Agentur. Dementsprechend viel Text wird täglich auf meinem Rechner bewegt. Der Preisverfall dabei ist dramatisch: insbesondere dank Pseudo-Agenturen, die mit Slogans wie „Nebenjob mal anders: Texte schreiben“ unqualifiziertes Personal rekrutieren, das für Wortpreise unter einem Cent (!) minderqualitativen Content produziert, der – was die Sache ja erst dramatisch macht – auch noch von zahlreichen Auftraggebern ohne Qualitätsbewusstsein gekauft wird, sind die Preise bodenlos und machen qualifizierten Autoren das Leben und Überleben schwer. Schönen Dank übrigens.

Statistik

Nun aber zur Statistik: in meinem Archiv finden sich von Juni bis Ende November über 400 Textdokumente mit durchschnittlich 8 Texten. Insgesamt beinhalten diese Dokumente nach Hochrechnungen und Additionen 1.500 Seiten Word in DIN A4 – Schrift Verdana 9pt. Darin sind 590.000 Wörter à durchschnittlich 10 Zeichen gespeichert – über eine halbe Million Wörter! Dazu kommen Massentexte in Excel-Tabellen mit 90.000 Wörtern, täglich ohne Nachweis geführte Blogs mit geschätzten 5.000 Wörtern pro Woche, also in 25 Kalenderwochen 125.000 Wörter. In Summe ergibt sich so in diesem Zeitraum eine Näherungszahl von über 800.000 Wörtern, hochgerechnet auf das Jahr somit 1.600.000 Wörter!

Damit ließen sich rund 4.000 Word-Seiten in DIN A4, entsprechend 8.000 Seiten im Format DIN A5 füllen. Im klassischen Taschenbuchformat ergäben sich rund 10.000 Seiten – bei einem Durchschnitt von 300 Seiten pro Buch ließen sich somit satte 33 Taschenbücher in einem Jahr mit Inhalten füllen!

Hinzu kommen Korrespondenz via Email und Social Media, Angebote, Buchhaltung, private Nutzung – bei 10 Zeichen pro Wort muss die Tastatur also rund 20 Millionen Anschläge im Jahr über sich ergeben lassen. Das erklärt auch, warum meine Tastatur bei einem Notebook von Juni bereits abgegrabbelt aussieht, und lässt mich schon erahnen, wann ich sie austauschen muss – glücklicherweise hat Dell mitgedacht und sorgt dafür, dass ich sie einfach selbst tauschen kann.

Beeindruckt? Ich auch. Habt ihr ähnliche Zahlen? Ich wäre gespannt…

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